MAN MUSS ZUERST VERSTEHEN, WIE DER KUNDE EIN BILD BETRACHTET UND EBENSO WAS DAS BILD ALLES ZU ERZÄHLEN HAT, BEVOR MAN SICH AN DIE ARBEIT MACHT!

Ein Gespräch mit Thomas Schärer, Geschäftsleiter der Blue Horizon AG Urdorf, Juni 2017 – Thomas Gysin
Thomas Schärer ist sozusagen in einer Bilderwelt der Werbung aufgewachsen. Sein Vater arbeitete in der Werbeabteilung bei Knorr, das war damals, als die kultige Knorrli-Figur erfunden und weltberühmt gemacht worden war. Mit der Blue Horizon AG schuf Thomas Schärer schliesslich seine ganz eigene Bilderwelt: mit Bildbearbeitung / Composing und Digitalfotografie. Thomas Schärer ist Vater von drei erwachsenen Kindern und leidenschaftlicher Sammler von Motorrädern … „von Töffs, die noch mit Vergaser-Motoren fahren, Töffs, die ohne elektronische Einspritzung und ohne modernen Firlefanz funktionieren“, wie er stolz sagt.

Das Leben eines Menschen bestehe in erster Linie aus Bildern, denn der Mensch denke und kommuniziere in Bildern. Der Mensch habe für die Wahrnehmung zwar fünf Sinne, erklären tue er eine Wahrnehmung oder ein Erlebnis aber meist in einer Bildersprache. Bilder seien sprachübergreifend verständlich. In jeder Botschaft von Mensch zu Mensch sei darum das Bild von zentraler Bedeutung. Im Handel sei das nicht anders, da habe das Bild seit jeher die wichtigste Rolle gespielt. Was schön aussehe, sei besser, wertiger und begehrlicher. Heute sehe man die Wichtigkeit des Bildes am deutlichsten in der Welt der Werbung. Nirgendwo sonst werde für Bilder ein derartiger Aufwand betrieben. An der Botschaft eines Bildes zu arbeiten, sei eine grosse Herausforderung. Von der Gestaltung und den kreativen Möglichkeiten her bis hin zu den heute technisch hochkomplexen Prozessen.  

Die Blue Horizon AG sei im PrePress-Bereich mit Bildbearbeitung und Composing sowie Digitalfotografie gross geworden, habe sich einen guten Namen erarbeitet und sei mit vielleicht zwei weiteren Mitbewerbern im Grossraum Zürich die erste Adresse. Allen voran seien es hauptsächlich die Werbeagenturen, die auf die Dienstleistungen der Blue Horizon setzen. Blue Horizon sei für sie schon seit jeher Tag und Nacht, auch an Wochenenden und Feiertagen, da gewesen. Bei grossen Jahrespräsentationen habe man immer auf diese Dienstleistung gesetzt und nachdem Produktionstermine kontinuierlich kürzer geworden seien, könnten es sich Kunden gar nicht mehr leisten, auf eine Nonstop-Präsenz zu verzichten.

Neue IT-Technologie verlangte nach einer intelligenten Vernetzung und Partnerschaft

Das Aufkommen professioneller Datenbanken habe nach einer Erweiterung des Dienstleistungsspektrums verlangt. Die Daten aus dem PrePress-Bereich sollten von den verschiedensten Nutzern in allen nur denkbaren Daten-Formaten geordnet, abgespeichert und abgerufen werden können, und zwar für sämtliche digitale Medien und ebenso für den klassischen Printbereich – in zig Sprachen und weltweit, verstehe sich. Eine interne Erweiterung dieser Dienstleistung wäre für ein im klassischen PrePress-Bereich spezialisiertes Unternehmen vom Know-how her und ebenso aus wirtschaftlichen Überlegungen nie eine gute Lösung geworden. Das sei schliesslich der Grund gewesen, warum sich die Blue Horizon AG eine partnerschaftliche Lösung gesucht habe. Die n c ag habe dafür die idealste Lösung geboten: ein enormbreites Dienstleistungsangebot im digitalen wie auch klassischen Print-Bereich, die Infrastruktur, das IT-Know-how mit smarten Softwarelösungen und ein exzellentes Media Asset Management. 2014 sei es so weit gewesen, die Blue Horizon AG habe nach Urdorf disloziert und sei fortan eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der n c ag. PrePress-Kunden hätten nun gleich zwei Vorteile: Sie würden vom erstklassigen Rund-um-die-Uhr-Service der kleinen Blue Horizon profitieren und darüber hinaus vom vielfältigen Dienstleistungsangebot der grossen n c ag – wohlverstanden à la carte und nach dem Credo „publishing at its finest“.

In einer Arbeitskette macht der Mensch den matchentscheidenden Unterschied

Der Preis sei am wichtigsten, höre man heute praktisch überall, der Preis komme immer an erster Stelle. Und schnell müsse es gehen, heisse es dann an zweiter Stelle, die Qualität stehe oft gar nicht zur Debatte, darüber spreche man erst, wenn man sie misse. Diese Ansicht sei eigentlich paradox. Denn der Preis sei mit der heutigen Transparenz bis auf eine marginale Differenz überall derselbe – vorausgesetzt man vergleiche nicht Äpfel mit Birnen. Auch der Zeitfaktor halte sich im Vergleich überall im gleichen Rahmen. Hier mache nur die Erhältlichkeit den grossen Unterschied. Die Blue Horizon sei für die Kunden nonstop da, sozusagen rund um die Uhr, übers Wochenende und auch an Feiertagen. Das sei schon immer so gewesen und rückblickend müsse er lachen, so Thomas Schärer, sobald es die ersten Natels gegeben habe, sei er zu jeder Zeit und überall für seine Kunden erreichbar gewesen. Das erste dieser Dinger sei ja beinahe so gross gewesen wie ein Backstein … es sei immer in Reichweite gewesen, auch nachts. Geändert habe sich an seiner Erreichbarkeit bis heute nichts. Und es sei schön, die Erfahrung gemacht zu haben, dass Kunden, die das wüssten, seine Erreichbarkeit nicht missbrauchen würden. Wenn sie ihn zu Unzeiten anrufen, dann eben darum, weil man einander brauche.

Schliesslich sei da noch das Argument der Qualität. Da sei es eben wichtig, dass während des gesamten Auftragablaufs alles stimme. In einer Arbeitskette würde vielerorts der Auftrag einfach von einer Station zur nächsten weitergereicht. Dabei gehe vieles an Qualität verloren, niemand wisse, warum was vorher gedacht und gemacht worden sei, und man interessiere sich auch nicht dafür, was an der nächsten station weitergeschehe. Da mache der Mensch den matchentscheidenden Unterschied. Bei Blue Horizon würde ein Auftrag in der Verantwortung eines jeden Einzelnen stehen, was zum den Kunden rausgehe, sei ein Produkt des gesamten Teams, das eine Arbeit von Anfang bis zum Schluss gemeinsam begleite – das Resultat sei schliesslich Qualität, erstklassige Qualität.

Bilder müssen Geschichten erzählen und schön sollen sie sein, das braucht der Mensch

Was ein schönes Bild ausmache? Ein Bild müsse ein Eigenleben haben und den Betrachter daran beteiligen können, das Bild soll dem Betrachter eine Geschichte erzählen, eine Geschichte, die er in irgendeiner Art miterleben möchte. Das Bild müsse darum eine natürliche Ausstrahlung haben, ehrlich sein zum Betrachter. Gute Bildbearbeitung sei daher eine Kunst, eine die sehr viel Einfühlungsvermögen und Erfahrung voraussetze. Man sehe das zum Beispiel bei einem Gesicht eines Menschen. Schön sei nur, wenn da alles stimme. Bildtechnisch könnten da sehr viele chirurgische Eingriffe vorgenommen werden, ebenso mit dem digitalen Schminkkasten. Wer damit fahrlässig umgehe, füge dem Bild allerdings nur Schaden zu. Dabei sei es doch so einfach, meint Thomas Schärer lachend, man müsse nur wissen, was der Mensch brauche: schöne Bilder!